Influencer-Kampagnen

Sie waren 2018 das nächste große Ding im Marketing: die Influencer. Darunter versteht man Internetnutzer, die sich eine große Gefolgschaft erarbeitet haben. Ihnen folgen auf Instagram und YouTube bis zu mehreren Millionen Menschen. Anders als die klassischen Prominenten versuchen die Influencer aber, als normale Menschen herüberzukommen und authentisch zu sein.

Marketingstrategen benutzen diesen Effekt ähnlich wie die klassischen Testimonials: Die Kunden vertrauen dem Werbenden, weil sie ihn als Ihresgleichen ansehen. Heute kann jeder zum Star werden und nichts bindet Fans an einen Influencer mehr als wenn man sieht, dass dieser es von einem unbekannten Blogger zum Star geschafft hat.

Leute wie Riccardo Simonetti oder Mode-Ikone Masha Sedgwick haben hunderttausende Fans und sind gegen ein nicht unerhebliches Entgelt gerne bereit, für Produkte und Dienstleistungen zu werben. Gerade in den Anfangstagen der Influencerkampagnen war das noch überaus erfolgreich, weil es nicht als Werbung gekennzeichnet werden musste. Damit ist es aber vorbei.

Kosmetik verkauft sich besonders gut

Dennoch gibt es nach wie vor Branchen, bei denen die Influencer-Strategie im Marketing-Mix eine große Rolle spielt. Im Bereich Mode und Kosmetik berichtet Firmen von erheblichen Steigerungen in den Verkäufen, wenn ein bestimmtes Produkt angepriesen wird. Einige Untersuchungen sagen, dass in den jüngeren Zielgruppen jeder sechste Befragte ein Produkt gekauft hat, das von einem Influencer angepriesen wurde. Auch bei Gadgets kann man ein Umsatzplus verzeichnen.

Wie bei vielen Kampagnen ist es schwer, den direkten Zusammenhang herzustellen, wenn man keine Vergleichsdaten hat. Wer aber bereits vorhandene Produkte dann über Influencer bewirbt, kann recht gut einen feststellen, ob dies einen Anstieg bringt. Auch hier sind aber gute Kenntnisse der Zielgruppe wichtig: Mit Influencern erreicht man vor allem die unter 29-Jährigen. Das kann auch erklären, warum bislang Reise-Kampagnen kaum große Umsätze brachten – die Fans der Influencer haben schlicht kein Geld, in teuren Hotels abzusteigen oder um zwei Wochen Yoga in Asien zu machen.